{Rezension} Das Wunder - Emma Donoghue


 Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?
{ Quelle: Wunderbaum Verlag }


[Rezension] Der Serienkiller, der keiner war und die Psychotherapeuten, die ihn schufen - Dan Josefsson


 Schweden, 1991: Sture Bergwall, ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller, wird in die geschlossene psychiatrische Einrichtung Säter nördlich von Stockholm eingewiesen. Dort macht er eine Therapie und wird mit Psychopharmaka behandelt. Im Zuge der Behandlung glaubt er, sich an schlimme Traumata aus seiner Kindheit zu »erinnern« und gesteht, als monströser Serienkiller Thomas Quick mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. Fast 20 Jahr später stellte sich heraus: seine Geständnisse waren frei erfunden. Seine Motive: verschreibungspflichtige Drogen, Geltungsbewusstsein und der Einfluss seiner Therapeutin und deren Zirkel, die glaubten, mit diesem Fall Geschichte schreiben zu können. 
{ Quelle: btb Verlag }
Sture Bergwall ist in den schwedischen Medien besser bekannt als Thomas Quick. Er soll als Serienkiller mehr als 30 Opfer getötet und vergewaltigt haben. Fast 20 Jahre später stellt sich heraus, dass seine Geständnisse frei erfunden waren und er nie jemanden getötet hat. Durch Bewusstseinsbeeinflussung und hinterfragbaren Therapiemethoden, durch die er sich an seine verdrängten Taten erinnern sollte, wird er durch die Therapeuten manipuliert und erlangt falsche Erinnerungen.

Dies ist ohne Frage eines der spannendsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen habe. Auf dem Cover steht schon "Einer der größten Justizskandale der Geschichte" und ich glaube besser könnte man die ganze Geschichte auch nicht zusammenfassen. Es ist ein Skandal und Dan Josefsson analysiert ihn in seinem Werk überraschend genau!

Ich lese persönlich gerne Sachbücher, aber mich schreckt es immer ein bisschen ab, wenn jede Seite so viele Informationen enthält, dass man sie alle gar nicht richtig aufnehmen kann. Bei diesem Buch war das zum Glück nicht der Fall. Der Autor erzählt sehr lebendig die Geschichte von Sture Bergwall, seinen Therapeuten und auch der fraghaften Therapiemethode, die bei ihm angewendet worden ist. Obwohl Psychologie nicht unbedingt mein Fachgebiet und Lieblingsthema ist, war ich unglaublich fasziniert von Dan Josefssons Ausführungen und konnte den Erklärungen auch gut folgen. Es las sich mehr wie ein Krimi, als ein Sachbuch, das wahre Tatsachen schildert.

Ebenfalls hervorheben möchte ich, die großartige Rechercheleistung, die in diesem Buch steckt. Ich war mehr als beeindruckt, wie detailgenau der Autor das Leben von Sture Bergwall und auch das seiner Therapeuten festgehalten hat. Zudem hatte er mit Bergwall Kontakt und führte mit dessen Therapeuten Interviews. All das , fügt er zu einem faszinierenden Werk zusammen, das mich von Anfang bis Ende überzeugt hat! Wirklich großartig!

Ein spannender Bericht, der nicht nur über Stures Bergwall tragischen Fall erzählt, sondern ausholt und einen Blick auf die Wurzeln der Psychoanalyse geworfen hat. Mich hat das Buch ungemein fasziniert und ich kann es jedem, sowohl Krimiliebhaber als auch Interessierten der Psychologie, nur empfehlen! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den btb Verlag!

Pflichtlektüre für die Uni - Juhu oder Oje?

Hallo ihr Lieben, 

der Grund warum es in den letzten Monaten etwas ruhiger auf meinem Blog geworden ist, hat drei Buchstaben und kann manchmal ganz schön anstrengend sein: die Uni. In diesem Semester ist mein Stundenplan etwas voller als in dem Jahr davor und das heißt neben weniger Zeit zum Bloggen auch weniger Zeit zum Lesen. Aber darum soll es in diesem Post gar nicht gehen, sondern viel mehr um eine Verbindung dieser beiden Dinge (Uni und Lesen), nämlich PFLICHTLEKTÜRE

In der Schule habe ich vor Freude innerlich immer gejubelt, wenn die Deutschlehrerin erklärt hat, dass wir mal wieder ein Buch lesen werden und bis auf ein paar Ausnahmen haben mir die durchgenommenen Werke auch immer gefallen. Einige sogar über alle Maßen! 

In der Uni ist die Liste mit den Pflichtlektüren hingegen schon ein gutes Stück länger und nicht jeder Titel spricht mich sofort an. In diesem Semester gibt es beispielsweise einige Dramen die wir lesen, wie Minna von Barnhelm oder König Ottokars Glück und Ende. Puh. Ich bin einfach kein Fan von Dramen und bis jetzt konnte mich eigentlich nur Der Besuch der alten Dame wirklich überzeugen. Mir gefällt einfach der Aufbau nicht so sehr, wie bei Lyrik und Prosa und deshalb ist meine Vorfreude auf diese Werke etwas gedämpft. 

Auf der anderen Seite stehen auf meiner Leseliste auch einige Titel, die mich sehr neugierig machen und auf die ich mich freue. Also würde ich mich durchaus als Pflichtlektüren-Fan bezeichnen. Aber wie ist das bei euch? Freut ihr euch über Pflichtlektüre und welche Bücher aus der Schule/Uni konnten euch überzeugen?

[Lesemonat] Oktober 2017

Hallo ihr Lieben,

die ersten Novembertage sind zwar schon vorüber aber trotzdem möchte ich auf meinen monatlichen Leserückblick nicht verzichten. Mir macht es irgendwie unglaublich viel Spaß noch einmal einen kurzen Blick auf die gelesenen Bücher zu werfen und nicht nur zu sehen wie viel man gelesen hat, sondern vor allem auch was man gelesen. :) 

1. Sag nicht, wir hätten gar nichts -Madeleine Thien (653 Seiten)
2. Fairy Tail Vol. 10 - Hiro Mashima (208 Seiten)
3. Außer sich - Sasha Marianna Salzmann (365 Seiten)
4. Das Wunder der wilden Insel - Peter Brown (285 Seiten)
5. Die helle Stunde: Ein Buch vom Leben und Sterben - Nina Riggs (352 Seiten)
6. Cinder - Marissa Meyer (400 Seiten) 
7. Ohne Wenn und Abfall - Milena Glimbovski (304 Seiten)
8. Das Café am Rande der Welt - John P. Strelecky (128 Seiten) 
{ 5-Sterne-Bücher sind markiert }


Rereads? - 1 Buch
Cinder

Englische Bücher? - 2 Bücher
Fairy Tail | Cinder

Klassiker? - 0 Bücher


Mein Highlight in diesem Monat war zum einen "Cinder", dass zu meinen Lieblingsbüchern zählt, aber ich hier ausklammere, da es ein Reread ist. Besonders bewegt hat mich aber auch "Die helle Stunde: Ein Buch vom Leben und Sterben" von Nina Riggs. Eine wunderschön und unglaublich trauriges Buch. 



Gelesene Bücher: 8 Bücher
Gelesene Seiten: 2695 Seiten
Durchschnittliche Seiten pro Tag: 87 Seiten 

Gerne könnt ihr eure Lesestatistiken/Lesemonate unten in den Kommentaren verlinken. :)

[Rezension] Die helle Stunde - Nina Riggs


"Sterben ist nicht das Ende der Welt", hat ihre Mutter einmal gesagt. Doch erst jetzt beginnt Nina Riggs den Satz zu verstehen: Mit 38 Jahren hat sie unheilbar Krebs, die Ärzte geben ihr noch 18 bis 36 Monate. Wie lebt man ein Leben, dessen Ende feststeht, das aber dennoch gelebt werden will? Wie macht man Pläne für den Urlaub, wie spricht man mit den Kindern, und wie ist man weiterhin eine liebende Partnerin? Nina Riggs hat ein Buch geschrieben über ihre letzten Monate, das keine Krankengeschichte ist und keine heldenhafte Kampfansage an den Krebs. Es ist ein Buch über den Zweifel und die Angst, aber auch über die unendliche Schönheit des Augenblicks und den beharrlichen Blick nach vorn. Es ist ein Buch darüber, wie sehr das Leben leuchtet, auch in seinen dunkelsten Momenten.
{ Quelle: btb Verlag }
 Mit 38 Jahren bekommt Nina die Diagnose Brustkrebs. Plötzlich betrachtet sie ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel und muss nicht nur lernen mit ihrer Krankheit zu leben, sondern auch sich von ihrem geliebten Mann und ihren beiden Söhnen zu verabschieden. "Ein Buch darüber, wie sehr das Leben leuchtet, auch in seinen dunkelsten Momenten."

Mir fällt es gerade sehr schwer, meine Rezension zu beginnen, da ich meine Gefühle was dieses Buch betrifft immer noch nicht in die richtige Reihenfolge gebracht habe und wahrscheinlich auch nie werde bringen können. Denn wenn du Nina Riggs Buch öffnest, dann ist es als würdest du einen Mantel anziehen, der dir die Welt aus einer anderen Perspektive zeigt. So schreibt die Autorin über ein Leben, das nicht ewig währt, aber dafür von unendlicher Schönheit ist.

Nina Riggs ist eine beeindruckende Frau. Sie kämpft nicht nur mit dem Krebs, sondern ist gleichzeitig auch noch eine wundervolle Ehefrau und Mutter. Ich bewundere sie für ihren Mut, die Ehrlichkeit und auch ihre Positivität. Ich glaube, dass sie für Krebserkrankte ein wunderbares Vorbild sein kann, auch die Krankentage gut zu verbringen und das Schöne im Leben zu sehen. In ihrem Buch zeigt sie eine sehr private Seite an sich und lässt den Lesern an ihren Gedanken teilhaben. Ihr Schreibstil ist von einer überraschenden Leichtigkeit, auch wenn sie schwierige Themen anspricht.

Das Buch hat mich auf besondere und einzigartige Weise berührt und sehr nachdenklich gestimmt. Es ist ein memorarisches Werk, das vor Hoffnung strahlt und dem Leser auf wundervolle Art die Augen öffnet, um das Leben als ein Kunstwerk zu sehen. Ich habe mir einige Stellen in dem Buch markiert und werde es bestimmt auch in Zukunft noch das ein oder andere Mal durchblättern und noch einmal lesen.

Nina Riggs hinterlässt ihre Memorien in einer wundervollen Art und Weise, die mich zutiefst berührten. Sie ist eine beeindruckende, mutige Frau, deren hoffnungsvolles Werk ich nur weiterempfehlen kann! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den btb Verlag!