Blogger Adventskalender 2013 - Tür 20


Hallo meine Lieben (:
Wie ich ja schon angekündigt habe darf ich dieses Jahr beim Blogger Adventskalender mitmachen und heute bin ich endlich dran. Ich hab mich schon so gefreut (;
Natürlich hab ich lang überlegt was ich denn jetzt machen soll und hab mich schließlich entschieden meine eigene Adventsgeschichte hineinzustellen. Also hab ich losgeschrieben und schlussendlich ist sie komplett anders geworden als ich mir eigentlich gedacht habe.
Leider ist sie sehr lang geworden, obwohl ich versucht habe mich kurz zu halten aber ich würde mich freuen wenn trotzdem die ein oder andere die Geschichte lesen würde und mir dann vielleicht sogar seine Meinung dazu mitteilen würde. (:


Still fielen die Schneeflocken vom Himmel und erinnerten mich daran das Weihnachten vor der Tür stand. Nur noch drei Tage bis mein Lieblingstag im Jahr an die Tür klopfen würde. Vorfreude breitete sich in mir aus. Ich legte meine Gitarre beiseite und verstaute sie sich immer Schrank. Sicher von den Fingern meiner kleiner Schwester, die ja unbedingt auch Gitarre spielen wollte. „Wenn du älter bist, Schatz“, meinte Mutter immer dazu. Als würde sie das aufhalten schon jetzt auf meiner herum zu probieren. Halb zwei. Seit wann verging die Zeit so schnell? In zwanzig Minuten würde mein Bus gehen, also schlüpfte ich aus meinem alten Pullover und zog stattdessen den schönen weißen Strickpulli an. Kurz Lipgloss und Wimpertusche aufgelegt, die Haare aus dem Gesicht gestrichen, meiner Mutter einen schnellen Kuss auf die Wange gedrückt und schon war ich bei der Bushaltestelle. Mein Smartphone vibrierte. Lisa hat mir eine SMS geschickt. „Bis gleich (-;“. Ich tippte schnell das gleiche zurück und dann kam auch schon der volle Bus angerollt. Der Busfahrer warf einen kurzen Blick auf meine Jahreskarte und nickte schwerfällig, als würden ihm gleich die Augen zufallen. Die Fahrt dauerte nicht lange, aber eingedrängt zwischen den vielen anderen Leuten, die nach Zimt, Schweiß und Wolle rochen kam es mir wie Stunden vor. Eine junge Frau telefonierte und stieß mir dabei den Ellbogen ein paarmal in die Wange, wenn der Bus wieder eine scharfe Kurve machte. Meine gute Laune schwand von Meter zu Meter. Endlich! Als ich draußen war atmete ich tief durch, kühle Luft drang durch meine Lungen und spülte meinen Missmut fort. Da entdeckte ich auch schon meine beste Freundin. Ihre blonden Haare versteckte sie unter einer schwarzen Haube, die ich ihr letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte. „Hey, Marlene!“. Wir umarmten uns kurz, ihre Wangen waren genauso kalt wie meine. „Schicke Haube.“, sagte ich grinsend. „Danke. Ebenfalls.“. Meine Haube war rot und ein Geschenk von Lisa.
„Bereit zum Shoppen?“
Lisa steckte ihren behandschuhten Daumen in die Höhe.
Im Einkaufszentrum war es im Gegensatz zu draußen angenehm warm, außerdem lag der übliche Duft von Kleidung und Papier in der Luft, der sich zur Weihnachtszeit immer mit verschiedenen Teegerüchen vermischte.
Wie immer besuchten wir zuerst unser Lieblingsgeschäft. H&M. Kaum betraten wir den Klamottenladen, deutete Lisa auf ein graues Top mit Spitzeneinsatz das einfach nur fantastisch aussah. „Ich muss das kurz probieren!“, murmelte sie und verschwand Richtung Umkleide während ich die anderen Sachen durchsah. Aus meiner Jackentasche zog ich einen kleinen Notizzettel auf dem drei Namen standen. Mama – Lisa – Jaqueline. Für die drei brauchte ich noch Weihnachtsgeschenke. Neben Mama stand in Großbuchstaben PARFÜMERIE ebenso bei Jaqueline, meiner zweitbesten Freundin. Unser Badezimmer war belagert von verschiedenen Parfümen, meine Mutter liebte neue Düfte und probierte gerne herum. Ich hoffte einen zu finden den sie noch nicht besaß, während ich für Jaqi einige Nagellacke kaufen möchte. Blieb noch Lisa, neben ihren Namen prangte ein großes Fragezeichen. Seufzend ließ ich den Zettel in meiner Jackentasche verschwinden, gerade noch rechtzeitig den Lisa kam gerade auf mich zu. Sie trug das Top, es sah fabelhaft aus. „Na?“, fragte sie und dreht sich im Kreis. „Es ist super!“.
Lisa grinste. „Soll ich es kaufen?“
„Auf jeden Fall!“.
Dann war sie wieder verschwunden. Ich kramte ein wenig bei den Schmuckständen herum aber ich fand nichts das mir oder Lisa gefallen würde. Sie bezahlte und wir verließen den Laden.
Ich tippte auf meinem Handy eine SMS während Lisa neben mir herging und quatschte. „Das Top passt einfach perfekt zu der weißen Jeans die ich vor zwei Wochen gekauft habe.“, schwärmt sie. „Oder zu dem schwarzen Rock!“, warf ich ein und knallte volle Kanne gegen einen Widerstand. Mein Smartphone fiel zu Boden und machte ein schreckliches Knacksen. Ich blickte auf und sah rot. „Marlene, alles okay?“, quietschte Lisa besorgt und der Wiederstand drehte sich um. Es war ein Weihnachtsmann. Ich war gegen den Rücken des Weihnachtsmannes gerannt. Dieser musterte mich nun amüsiert. Er bückte sich und hielt mein Handy hin. Na toll es hatte einen riesigen Sprung im Display. „Sorry!“. Eigentlich wollte ich mich entschuldigen und dann schnellstens verschwinden, doch der Weihnachtsmann winkte ab. „Macht nichts. War ja eigentlich meine Schuld. Warum stehe ich auch so rum!“. Was? Ich lächelte und sah mir den Jungen der unter dem roten Mantel steckte genauer an. Er hatte dunkelbraune Augen, einen großen lächelnden Mund und kleine Grübchen. Seine Haarfarbe konnte ich unter der Weihnachtsmütze nicht erahnen. Ich war zwar ziemlich schlecht im Schätzen aber vermutlich befand er sich in meinem Alter. „Ich bin übrigens Marlene.“, stellte ich mich vor und bereute es im nächsten Moment schon. Wieso sollte es ihn interessieren wie dieses total bescheuerte Mädchen heißt das nicht mal gehen konnte ohne in einen unübersehbaren, roten Weihnachtsmann hineinzulaufen. Peinlich! „Mattis.“, sagte er grinsend. „Ich bin Lisa.“. Beinahe hätte ich meine Freundin vergessen, die den gutaussehenden Weihnachtsmann genau musterte. „Na dann! Ich muss weiter.“, sagte er und drehte sich wieder zu seinen Weihnachtsmannkollegen um. Lisa wollte schon an ihm vorbeimarschieren, doch ich konnte sie gerade noch daran hindern und so zog ich sie in die andere Richtung fort. „Wollten wir nicht in die Parfümerie?“, fragte meine beste Freundin verwirrt. Fragend blickte sie mich an, dann hellte sich ihr Blick auf. „Ach, Marlene. Du hast dich verliebt!“, sagte sie laut genug damit es die Umstehenden mitbekommen konnte, doch wer achtete schon auf zwei Teenager. „Stimmt doch gar nicht!“, winkte ich ab, doch mein glühendes Gesicht verriet mich. Lisa hatte nämlich absolut Recht, ich hatte mich verliebt. Knall auf Fall. In meinem Bauch schwirrte ein Schwarm voller Schmetterlinge und vor meinem Gesicht sah ich Mattis, die Grübchen, die dunklen Augen. Das Lächeln. „Süüüß!“, meinte Lisa und grinste mich an.
„Du darfst es aber niemanden sagen!“.
Sie versprach es. Lisa hatte schon einen Freund, Lukas. Er war Sportler, blond und auch ein wenig angeberisch. Aber Lisa war total verliebt in ihn und wurde nur rot wenn man seinen Namen sagte. Seit vier Wochen waren die beiden Paar. Ich kam mit Lukas nicht so ganz zu Recht weshalb sie beschlossen hatte das es eine ‚Lukas-Zeit‘ und eine ‚Marlene-Zeit‘ gab. Unschwer zu erraten: Jetzt ist Marlene Zeit.
„Und wie lautet dein Plan?“, fragte sie neugierig.
Plan? „Ich plane nichts“. Irgendwie ernüchterte mich dieser Satz, doch es war die Wahrheit.
„Nichts? Marlene, du bist verliebt! In einen, nun ja, Weihnachtsmann. Wir MÜSSEN etwas tun.“. Meine Freundin klang voller Elan und Überzeugung. Im Gegenteil zu mir.
„Ich kenne ihn nicht mal!“.
„Dann lernst du ihn eben kennen. Außerdem weißt du wenigstens seinen Namen“.
„Wow..“, erwiderte ich unbeeindruckt. „Was ist wenn er mich gar nicht mag?“.
„Er muss dich mögen. Du bist meine beste Freundin. Das lustigste, netteste und vorallem hilfsbereiteste Mädchen das ich hier sehen kann.“.
Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Lisa war einfach die Beste.
„Also Los, wir müssen dich verkuppeln.“ Wir kicherten.
„Zuerst müssen wir Mattis suchen!“, ordnete Lisa an. „Das Schwerste kommt zuerst“.
Das Schwerste? Wohl das leichteste. Viel schwerer stelle ich mir vor mit ihm zu reden. Was sollte ich überhaupt sagen? Irgendwie fand ich die Idee gar nicht mehr so gut, eher lächerlich. Lisa bemerkte meine Unsicherheit und hackte sich bei mir unter.
„Keine Angst, Marlene! Wir suchen ihn einfach mal, danach kannst du dich ja noch entscheiden ob du mit ihm reden willst oder nicht.“, schlug sie vor.
„Ich muss vorher noch in die Parfümerie!“, wechselte ich schnell das Thema und deutete auf den kleinen Laden, mit dem rosa Schild.
Auch hier nahm das weihnachtliche Überhand. „Christmas Tree“, las Lisa und hob eine grüne Parfümflasche hoch um sie mir zu zeigen.
„Soll meine Mutter wie ein Baum riechen?“, fragte ich grinsend. Lisa kicherte und stellte die Flasche zurück, nur um eine neue hervorzuholen. „Weihnachtstraum“, stand auf den blauen Etikett. Ich schüttelte den Kopf.
„Sie mag leichte, fruchtige Düfte.“, erklärte ich ihr und lies meine Augen über die Regal wandern. Plötzlich blieb er an einer schwarzen Flasche hängen. „Schwache Versprechen“, hieß es. Es roch zauberhaft, himmlisch und sanft. Es war perfekt für meine Mutter. Als ich den Preis sah sackte mein Magen einen Stock tiefer. 70,99€. Ich kramte meine Geldtasche heraus und begann zu zählen. Ich hatte genau 103 Euro und 20 Cent dabei. „Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage.“, witzelte Lisa. Nachdem ich ein paar andere Düfte probierte, entschloss ich mich zum Kauf. Vor der Kassa wählte ich noch zwei Nagellackfläschen und bezahlte.
„So und jetzt startet Operation ‚Mattis‘“.
Ich wiedersprach ihr nicht, also fuhr sie fort: „Wir suchen nach einem Weihnachtsmann, der Schokolade für einkaufende Sterbliche verteilt. Wo sollen wir anfangen?“.
„Einfach mal durch die Gänge schlendern?“, schlug ich fort. Ihre Dynamik musste einfach anstecken.
„Gute Idee!“. Und somit liefen wir das ganze Einkaufszentrum ab, als plötzlich Lisa an meinem Arm zog und nach rechts deutete. Vor ‚Hervis‘ stand er, verteilte kleine Schokolade auf der dick und fett: „Gesponsert von Redbull“ draufstand. Ich holte tief Luft, immer noch von Lisas Dynamik gepackt und trat auf den Weihnachtsmann zu, der rücklings zu mir stand. Zögernd tippte ich ihm auf die Schulter. War er vorhin auch so groß gewesen? Er drehte sich um, war aber nicht Mattis. Blaue, trübe Augen sahen mich überrascht an. „Holla! Was brauchst du denn Kleine?“, erkundigte der Nicht-Mattis. Außer er war innerhalb der halben Stunde um zwanzig Jahre gealtert und trägt nun Kontaktlinsen und einen seltsamen Dreitagebart. „Nichts.“, nuschelte ich, wand mich um und flüchtete zu Lisa. Diese sich übrigens das Lachen nicht verkneifen konnte und in ihre Hand prustete. Hat man noch Töne? Eigentlich sollte ich super sauer auf sie sein, doch schließlich fing auch ich an zu lachen bis mir der Bauch wehtat. „Ich hab erst gemerkt dass es nicht Mattis ist, als du schon auf ihn zugegangen bist.“, erklärte sie, als sie aufgehört hatte zu lachen. Wieder fingen wir an zu prusten und gingen erheitert weiter. Auf der Suche nach Mattis.
„Vielleicht hättest du auch einfach den nehmen sollen. Weihnachtsmann ist schließlich Weihnachtsmann!“, bekundete Lisa mir ihre Meinung.
Grinsend schüttelte ich den Kopf. „Der war mindestens 40.“
„Dann könntest du dir immer die Filme ab 18 ansehen und hättest immer eine erwachsene Begleitung!“.
„Das wäre praktisch wenn ich mir Filme ab 18 ansehen würde.“, hielt ich dagegen.
„Minus 10%“, rief Lisa plötzlich erfreut und deutete auf ein großes rotes Schild. „Ich muss da rein!“ Wenig später standen wir auch schon mitten im Laden, Lisa durchsuchte die Ohrringe nach etwas das zu ihrem neu erworbenen Top passte während ich mir die Schals ansah. Sollte ich Lisa einen Schal zu Weihnachten kaufen? Irgendwie gefiel mir keiner davon und außerdem füllten sie sich alle kratzig an. „Sind die nicht schön?“, meinte Lisa und präsentierte mir zwei silberne Glitzerohrringe, die mir zwar nur bedingt gefielen aber perfekt zu Lisa passten. „Schön!“.
„Ich werde sie kaufen!“, beschloss sie. Vor der Kassa war eine lange Schlange. Offenbar war mehreren das Schild aufgefallen und haben die Aktion ausgenutzt. „Sollen wir uns sonst im Café Rosa treffen? Dann müssen wir nicht beiden warten.“, schlug meine Freundin vor. Einerseits wollte ich sie nicht alleine stehen lassen aber meine Beine waren erschöpft und so willigte ich ein. Das Café Rosa zu besuchen war Tradition. Jedes Mal wenn wir einkaufen waren besuchen wir das kleine verwinkelte Café und tranken einen Milchkaffee und probierten einen der vielen Kuchen.
Glücklicherweise erwischte ich noch den letzten freien Platz, direkt am Fenster. Ich mochte dieses Platz, du konntest die Menschen die draußen vorbeigingen gut beobachten. Kaum saß ich kam eine Kellnerin und nahm meine Bestellung auf.
Ich hatte gerade den ersten Schluck vom Kaffee genommen als Lisa das Café betrat. Sofort fand sie mich und lies sich gegenüber von mir auf den freien Platz fallen. Sie seufzte. „Ich bin fix und foxi!“.
„Ebenfalls“, sagte ich.
„Lust auf einen Kuchen?“ Lisas Blick wanderte zu der großen Kuchenauslage, die ich vorhin schon sehnsüchtig betrachtet habe.
„Der Kokoskuchen wartet nur darauf von uns gegessen zu werden.“, antwortete ich.
„Perfekt!“. Meine Freundin grinste und bestellte. Der Kuchen schmeckte genauso gut wie er aussah und am liebsten hätte ich noch ein weiteres Stück gegessen.
„Musst du eigentlich noch wohin?“, erkundigte Lisa sich und steckte das letzte Stück ihres Kuchens in den Mund.
Ja ich brauchte noch für Lisa ein Geschenk, doch in ihrer Begleitung würde ich wahrscheinlich keins finden. „Nee, du?“.
Meine beste Freundin schüttelte den Kopf. „Nehmen wir den Bus in zwanzig Minuten?“.
„Können wir machen!“. Der Tag war verdammt schnell vergangen und es war so viel passiert. Ich habe Mattis getroffen. Mein Bauch kribbelte noch immer, wenn ich an sein Lächeln dachte. Als hätte Lisa gehört woran ich dachte sagte sie: „Es tut mir übrigens leid dass wir Mattis nicht mehr gefunden haben.“.
„Macht nichts!“. Hoffentlich hörte sie nicht wie enttäuscht ich klang. Zuerst fand ich ihre Idee zwar schrecklich aber jetzt hätte ich alles dafür getan ihn noch einmal zu sehen. Mattis. Ein kleiner Seufzer entwischte meinen Lippen.
Lisa registrierte ihn und schenkte mir ein mitfühlendes Lächeln. „Wir finden ihn schon wieder. Vielleicht nicht heute, aber irgendwann sicher!“.
Dankend lächelte ich zurück, froh so eine Freundin wie sie zu haben. Allerdings konnte „irgendwann“ eine ziemlich lange Zeit sein. Aber „irgendwann“ kann auch schon morgen sein, ermahnte ich mich positiv zu denken.
„Ich geh mal kurz auf die Toilette!“. Sie stand auf und verschwand hinter der großen Schwingtür, die zu den Toiletten führte. Ich fischte mein Handy aus der Tasche und musterte den großen Sprung im Display und strich sorgsam drüber. Meine Mutter würde durchdrehen, da ich es erst seit zwei Monaten besaß. Ich drückte auf den On-Schalter und hoffe dass es noch funktionierte. Der aufleuchtende Bildschirm ließ mich aufatmen. Zum Glück! Es dauerte nicht lange und ich konnte mein PIN und den Code für die Tastenspeere eingeben. Zwei ungelesene Nachrichten. Eine davon von meiner Cousine und eins von meiner Mutter. „Ich kann dich um sieben beim Einkaufszentrum abholen, dann musst du nicht mit dem Bus fahren. Kuss, Mama“. Sie würde mich erst in zwei Stunden holen.
„Funktioniert es?“. Lisa setzte sich wieder auf ihren Platz.
Ich nickte und zeigte ihr die SMS meiner Mutter. „Ich kann meine Mutter fragen ob sie dich mitnimmt.“. Lisa lehnte aber ab. Sie hatte mit ihren Eltern schon vereinbart das sie pünktlich heim kommt weil ihre Großeltern aus der Schweiz heute Abend noch kommen und übers Wochenende bleiben. „Ist es okay, wenn du alleine hier bleibst oder willst du dann auch schon nach Hause fahren?“.
„Ich bleibe noch hier!“, antworte ich ohne zu überlegen. Das war ziemlich praktisch, so könnte in aller Ruhe noch nach einem Geschenk für Lisa suchen.
„Okay, dann bis demnächst!“. Wir umarmten uns und Lisa schnappte sich ihre Tasche und verließ das Café nachdem sie bezahlt hatte. Ich beschloss noch in Ruhe meinen Kaffee auszutrinken und dann eine CD für Lisa zu kaufen. Sie hatte eine große Sammlung zu Hause und erweitere diese ziemlich oft. Glücklicherweise wusste ich genau was ihr Geschmack war und deshalb werde ich sicher die richtige finden. Hoffte ich zumindest. Ich bezahlte und verließ das Café.
Die Gänge waren schon etwas leerer als vorher aber es tummelten sich immer noch viele Leute zwischen und in den Geschäften, so wie das eben ist in der Weihnachtszeit. Media Markt, ab in den zweiten Stock! Ausnahmsweise entschied ich mich mal statt dem Lift für die Treppe. Oben angekommen ging mein Atem stoßweise und ich fühlte mich als wäre ich nicht zwei, sondern zwanzig Stöcke bezwungen. Soviel zu meiner nicht vorhandenen Kondition.
Der Media Markt war riesig und man konnte wohl leicht einen ganzen Tag darin verbringen ohne sich zu langweilen, allein die Musik-Abteilung war so groß wie das ganze Café Rosa. Wenigstens hatte ich so viel Auswahl, gleichzeitig aber die große Qual der Wahl. Zuerst suchte ich gezielt man CD’s, merkte aber dass das zu viel Zeit in Anspruch nahm und suchte somit einfach die Reihen ab. Die meisten Künstlernamen sagten mir gar nichts, außerdem war Lisa ein Band-Mensch und hörte vorzugsweise Band-Musik. Schlussendlich fand ich die perfekte CD. ‚Out of Style‘ von Sunrise Avenue. Ich fand die Band einfach genial und soweit ich wusste hatte Lisa noch gar keine CD von ihnen zu Hause. Ohne die CD ‚Probe zu Hören‘ entschloss ich mich sie zu kaufen. Eigentlich wollte ich zur Kassa aber wie gesagt, der Media Markt ist riesig und die Kassa zu finden war leichter gesagt als gesagt. Statt der Kassa fand ich dafür Mattis. Er stand rücklings zu mir, studierte irgendeine Rückseite eines Computerspieles und trug keinen Weihnachtsmantel mehr. Trotzdem erkannte ich ihn. Sollte ich ihn ansprechen? Aber was sollte ich den bitte sagen? Hey, ich bin es das Mädchen das vorhin in die hineingerannt ist als du noch in der Weihnachtsmannmontur gesteckt bist. In dem Moment drehte er sich um und hob überrascht beiden Augenbrauen als er mich erkannte. Lächelnd ging er auf mich zu. Die Schmetterlinge in meinem Bauch flatterten jetzt nicht nur wie wild, sondern schienen auch Loopings zu schlagen, während meine Handflächen anfingen zu schwitzen. „Hey! Marlene, oder?“.
Ich nickte, vollkommen hypnotisiert von seinem Anblick, seinem lächelnden Gesicht und seinen braunen Locken die gerade danach riefen berührt zu werden. Es war nicht einfach normal zu denken, wenn ein Junge wie Mattis einen angrinst. „Kaufst du dir eine CD?“. Er nickte zu der CD in meiner Hand. „Ja, äh Nein. Sie ist für Lisa. Zu Weihnachten.“, stotterte ich wie ein kleines Kind. „Das blonde Mädchen das vorher bei dir war.“, erinnerte er sich. Er blickte sich um. „Ist sie nicht mehr bei dir?“. Eifersucht schoss in mir hoch, ohne dass ich es wollte. Warum erkundigte er sich nach Lisa? Hatte er sich in sie verliebt? Verstehen würde ich es ja. „Nein sie ist nicht hier. Sie ist schon nach Hause gefahren.“, stellte ich nüchtern fest. Die Schmetterlinge in meinem Bauch sind mit einem Puff verschwunden, geblieben ist ein dumpfes, leeres Gefühl. Enttäuschung.
„Achso.“
„Ja, ich muss auch schon los!“, sagte ich schnell und ohne auf seine Antwort zu warten ging ich davon. Mit raschen Schritten brachte ich einige Regale zwischen uns lies mich dann auf den kalten Boden sinken. Die Tränen die sich in meinen Augen gesammelt haben rannen nun unaufhörlich meine Wangen hinunter. Reiß dich zusammen, ermahnte ich mich innerlich. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und fand endlich diese verflixte Kassa. Stellte mich an und hoffte dass ich nicht gleich anfangen würde zu heulen.
„9,99€, bitte!“, sagte die Verkäuferin am Schalter und ich holte meine Geldtasche heraus. Plötzlich färbten sich meine Wangen tiefrot und glühten. Ich hatte nur mehr 5€ und ein wenig Kleingeld. Die Verkäuferin sah mich wartend an. „Entschuldigung aber ich hab nicht so viel Geld“, nuschelte ich, peinlich berührt. „Das heißt sie können das nicht bezahlen?“, fragte sie ruppig. Ich nickte beschämt. Wie peinlich.
„Ich bezahle!“, rettete mich eine Stimme. Ich blickte auf uns sah in kein anderes Gesicht als von Mattis. Grinsend legte er einen Geldschein hin und gab mir die CD. Die Kassiererin gab ihm das Restgeld und wir verließen beiden das Geschäft.
„Danke!“, murmelte ich und sah Mattis an. Er grinste mich an und plötzlich waren sie wieder da, die vielen Schmetterlinge in meinem Bauch.
„Kein Problem! Warum bist du vorhin so schnell verschwunden? Ich wollte dich doch noch auf einen Kaffee einladen.“.
„Mich?“. Verwirrt starrte ich den Jungen an.
„Ja, dich! Wenn sonst?“, lachte er und die Grübchen erschienen wieder.
Ich lächelte zurück und eine Haarsträhne fiel mir ins Gesicht, sanft strich Mattis sie weg. Meine Haut knisterte unter seiner Berührung. Die Eifersucht war verfolgen, überwogen von den Schmetterlingen die jetzt wie wild in meinem Inneren tobten als würden sie tanzen, zu dem lauten Weihnachtsblues der über die Lautsprecher des Einkaufszentrum gespielt wurde. Ich hoffte sie würden niemals damit aufhören.


Das wars (: Ich wette ihr seit schon genauso vorfreudig auf Weihnachten wie ich und hoffe ihr könnt in den vier Tagen die ihr noch warten müsst alles erledigen und die vorweihnachtliche Zeit noch genießen.
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