(Rezension) Die Jäger - Tania Carver


 Es beginnt mit einem Blutbad. Ein kleiner Junge irrt geschockt durch ein verwüstetes Haus. Jahre später: Die Polizeiprofilerin Marina Esposito verbringt mit ihrer Familie ein paar Tage am Meer. Plötzlich geht ihr Cottage in Flammen auf, ihr Mann fällt ins Koma, von ihrer Tochter fehlt jede Spur. Als die Entführer sich melden, ist Marina auf sich allein gestellt. Sie wird ihre Tochter nur wiedersehen, wenn sie die Unschuld eines verurteilten Mörders beweist. Marina beginnt Fragen zu stellen und gerät in einen gefährlichen Konflikt zwischen zwei Gegnern, die vor nichts zurückschrecken. Doch Marina wird alles tun, um ihre Tochter zu befreien.
(Quelle des Cover & Klappentext: List Verlag)

Erster Kritikpunkt geht ans Cover, dieses gefällt mir leider nicht so gut. Hätte man den Streifen mit dem Gesicht weg gelassen, hätte es mich mehr angesprochen. Dafür finde ich die Titelüberschrift wieder sehr gut.
Ich stieg absolut positiv ins Buch ein! Der Prolog war gut gewählt und das Autorenpaar (hinter ‚Tania Carver‘ versteckt sich Martyn und Linda Waites) konnte mich wirklich gut ins Buch bringen. Die Spannung war von vorn herein vorhanden, es fiel sehr leicht das Buch zu lesen, sehr flüssig und obwohl es etwas dicker ist kommt man sehr schnell voran. Zuerst hatte ich die Befürchtung dass es langatmig wird, da ich nicht verstand wie man die Geschichte auf 470 Seiten ausdehnen sollte, nicht ahnend wie komplex die Geschichte doch aufgebaut ist, wobei sie im ersten Blick sehr simple aussieht. 

Man kennt von Anfang an alle Personen, die Entführer, Marina, Polizei und auch die Familie Sloane. Dies nimmt aber nicht die Spannung, im Gegenteil, man bekommt einen viel besseren Einblick und gerade am Ende ist das sehr hilfreich.
Insgesamt gab es mehr als 120 Kapitel, wobei dann etwa 2-4 Seiten pro Kapitel gerechnet wurden. Manchmal waren es auch nur wenige Sätze. Bei jedem Kapitel liest man von einem anderen Punkt der Geschichte, wobei sich alle Teile in der Gegenwart abspielen. Das Autorenteam versucht die Spannung durch abrupte, spannungsaufreibende Kapitelsprünge zu steigern, was auch sehr gut gelingt. Ich hab bei einigen Büchern schon erlebt, dass das ziemlich schief geht und dann eher nervt aber hier boten die Sprünge viel Abwechslung.

Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr gut, Thriller gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer und meist geht es ja um Mord. Hier kommt ein ganz anderes Thema zur Geltung: Entführung. Mord kommt natürlich auch hinzu, darauf wird aber nicht das Hauptaugenmerk gelegt.
Der größte Kritikpunkt liegt darin das ich im ganzen Buch keine Gänsehaut hatte. Spannung – ja. Gänsehaut – nein. Ich hatte kein Thriller Gefühl, keine Atemlosigkeit und hab mich nicht mal im mindestens gefürchtet. Dabei hätte ich mich gerade darauf gefreut. 

Da das Buch durch viele Charaktere gezeichnet wurde, die ich überraschend gut einem Gesicht zuweisen konnte, werde ich nicht näher auf alle eingehen. Außer auf Marina, die Profilerin deren Kind entführt wird. Leider war mir die Mutter sehr unsympathisch, vollkommen wirr und ich verstehe dass sie in so einer Situation etwas durchdreht aber ihre Handlungen waren mir oft so unschlüssig das ich manchmal nur den Kopf über die Polizistin schütteln konnte. Warum ruft sie im Krankenhaus an, wenn sie offiziell auf der Flucht ist? 

Das Ende holte aus dem Buch sehr viel heraus, zwar dachte ich, ich wüsste schon wie es ausgeht aber ich wurde sehr überrascht und die große Wendung am Schluss wurde auch gut geschrieben.

Kein Thriller den man unbedingt gelesen haben muss. Die Charaktere waren in meinen Augen eher mittelmäßig, das Gänsehaut-Gefühl fehlte doch dafür punktete das Buch durch viel Spannung und einen guten Lesefluss. Ich kann leider nur 3 Sterne dafür vergeben. 
3/5 Sterne


Kommentare:

  1. Bei 476 Seiten, solch eine Bewertung? Vielleicht wäre die Reduzierung einiger Seiten bedeutend effektiver gewesen (Spannungskurve zum Beispiel).
    Aber Respekt, so viele Seiten verfasst zu haben ^^

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