[Rezension] Die unterirdische Sonne - Friedrich Ani


 Eine Insel. Ein Haus. Ein Keller. Fünf Jugendliche, die mit Gewalt darin festgehalten werden. Kein Tageslicht. Und täglich wird einer von ihnen nach oben geholt. Doch niemand spricht über das, was dort geschieht. Denn wer spricht, stirbt, bekommen sie gesagt. Die Lage scheint aussichtlos, und Angst, Wut, Schmerz, Verzweiflung und Sehnsucht lassen die Jugendlichen beinahe verrückt werden. Doch nichts kann sie retten vor den schrecklichen Dingen, die geschehen. Bis ein neuer Junge zu ihnen gebracht wird, der nicht bereit ist, die Gewalt zu akzeptieren.
[Quelle des Covers & Klappentext: cbt Verlag]
 Das Cover und der Titel des Buches sind sehr schlicht. Zuerst war ich etwas über den Titel irritiert, aber das klärt sich im Laufe der Geschichte und ich finde es gut dass der Titel zum Inhalt passt. 


Mir fällt es hier wirklich schwer meine Meinung zu dem Buch in Worte zu fassen. Nicht weil es ein schlechtes Buch ist, sondern einfach ein sehr außergewöhnliches. Während man liest merkt man davon eigentlich wenig, die Geschichte plätschert so vor sich dahin aber man kommt sehr schnell voran da es sehr flüssig und einfach geschrieben ist. Die Empfehlung auf der Buchrückseite mit der Behauptung das Friedrich Ani im deutschen Sprachraum einzigartig ist, konnte ich irgendwie nicht so recht nachvollziehen. Trotzdem gefiel mir der Inhalt und ich las weiter. Ziemlich schnell konnte ich das Buch beenden und dann kam etwas das mich wirklich verwunderte. Als ich abends im Bett lag, fiel beinahe ein Sturm von Gedanken auf mich nieder und ich musste so unheimlich viel über dieses Buch und dessen Inhalt nachdenken. Mir kamen sogar die Tränen wenn ich daran dachte das so etwas Wirklichkeit ist, das es tatsächlich Menschen gibt die Kinder entführen und sie misshandeln. Jetzt bin ich hellauf begeistert von Friedrich Anis Werk! Von seinem Talent, sich leise und heimlich in die Gedanken des Lesers zu schleichen ahnt man während des Lesens nicht sehr viel aber danach schlägt das Buch mit voller Wucht zu. 

Ebenfalls auf der Buchrückseite fand ich den Aufdruck ‚Empfohlen Lesealter ab 16 Jahren‘. Dem spreche ich auf jeden Fall zu, da das Buch zwar keine Grausamkeiten enthält aber allein für das Verständnis sollte man dieses Alter schon aufweisen. 

Zur Handlung, diese verlief sehr flüssig und ist im Gegensatz zu Thrillern liegt das Hauptaugenmerk nicht auf den Taten der Entführer sondern vor allem von der Angst, der Sehnsucht und der Verzweiflung der Kinder. Ich hatte mir zwar erwartet dass diese ein paar schwerere Verhaltensstörungen aufweisen, die man beispielsweise auf Thrillern kennt aber bis auf Marens Stottern kam eigentlich wenig vor. Nachdem die Kinder von oben zurück gebracht wurden, verhielt sich jeder anders – hier zeigten sie sehr wohl seltsame Verhaltensmuster aber keine schweren Störungen. Der beste Teil waren auf jeden Fall die Märchen. Maren bat jeden der fünf ein Märchen zu erzählen, jeder erzählte ein wahres Märchen das ihn betrifft aber so verschachtelt das man es nicht gleich bemerkt. Diese fand ich sehr schön und ich glaube das ist fantastische Idee vom Autor gewesen, denn nur so fand man heraus was wirklich im Inneren der Kinder los war. 

Das Ende hat mich sehr überrascht, ich hab mir nicht viele Gedanken darüber gemacht wie es das Buch enden wird aber der Autor hat auch jeden Fall ein sehr zufriedenstellendes Ende geschrieben, dass die Geschichte auch gut abschließt. Zwar hat er Freiraum für Gedanken gelassen aber dennoch gab er eine Richtung vor, wie die Zukunft im Buch verlaufen würde.

Ich kann dem Hamburger Abendblatt nur zustimmen: Friedrich Ani ist großartig, er hat die Gabe sich in die Köpfe der Leser zu schleichen und sie über Dinge nachdenken zu lassen denen man sonst gerne ausweicht. Ein grandioses Buch, das ich Lesern ab sechzehn Jahren nur ans Herz legen kann! 


Vielen Dank an den cbt Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hi Jasi,

    eine wunderschöne Rezension, auch wenn das Buch nichts für ich ist. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag Abend und einen guten Start in die neue Woche. ♥

    Glg
    Micha

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  2. Wow, also hat dich das Buch am Ende doch überzeugt.
    Schöne Rezi!

    LG Piglet ♥

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  3. Jüngeren Lesern würde ich es auch nicht empfehlen, da es doch zu sehr an die Substanz geht. Aber ab 16 ist ok und auch Erwachsene sollten es lesen!

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  4. Meine Tochter ist 14 und liest gerade das Buch..... wegen einer Buchvorstellung in der Schule. Sie ist echt begeistert.

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