[Rezension] Alles geschieht heute - Jesse Browner


"Wo bist du?"
Das weiß Wes selbst nicht immer so genau bei seinem intensiven Leben in Roman- und Vorstellungswelten. Aber am vergangenen Abend ist er von Lucy gefunden worden - gegen seinen Willen. Oder doch nicht ganz? Wie war das auf der Party, die er am liebsten verdrängen möchte? Wer und wo ist dieser Wes vierundzwanzig Stunden später?
[Quelle: Buchrückseite]

Eigentlich gehe ich bei einer Buchrezension nicht auf das Cover ein, da ich finde dass das sehr subjektiv ist. Hier bei diesem Buch finde ich schade das man nicht mehr in das Cover finanziert hat. Ich hab mir das Buch auf BloggdeinBuch angesehen und habe mich dann für das Buch beworben da ich selbst überzeugt davon bin dass auch Büchern mit nicht so tollen Covern toll sein können. Ob ich das Buch gekauft hätte weiß ich aber nicht, da ich nicht leugnen will das auch das Cover oft ausschlaggeben sein kann.

Wes hatte sein erstes Mal und es ist ganz anders gelaufen als er sich das vorgestellt hat. Eigentlich wollte er sich für sein Traummädchen Delia aufheben, doch auf einer Party trifft er auf die ein Jahr jüngere Lucy und er schläft mit ihr. Das Buch setzt danach an, zwischendurch kommen Vergangenheitsschnipsel aber größtenteils ist das Buch mit Gedanken und weniger mit Taten gefühlt.

Der Schreibstil ist sehr speziell. Mein Fall war er leider nicht. Es wird sehr viel übers Leben philosophiert, was ich grundsätzlich gut finde wenn inzwischen auch die Handlung fortschreitet. Natürlich ist etwas passiert, aber ich fand es nicht sehr spannend Wes beim Einkaufen zu begleitet oder seine Gedanken zum Beruf 'Metzger' zu lesen. Manche Seiten hätte man sich wirklich sparen können.

Wes.Mit ihm bin ich überhaupt nicht zurechtgekommen. Es war ein hin und her. Manchmal fand ich seine Gedanken sehr interessant, meistens aber kam er einfach zu "überintelligent" rüber. Kleinigkeiten an ihm haben mich manchmal wahnsinnig gemacht, Beispiel dafür ist das er tatsächlich seine Facharbeit in Englisch über die Bedienungsanleitung einer Waffe geschrieben hat.

Doch er war nicht Fürst Andrej - er war nur Wes, der Idiot Wes, der Junge, der gerade sein Leben für immer ruiniert hatte, und er war noch genauso verwirrt und unglücklich wie vor zwei Studnden, als er Lucys Wohnung verlassen hatte. [Seite 7]

Trotzdem gab es auch schöne Dinge an dem Buch. Eines war Wes kleine Schwester Nora. Die Kleine kam mir um einiges verantwortungsbewusster und realitätsnäher vor als er selbst. Sehr gut fand ich auch die Sache mit Bobby, der erfundenen Therapieratte. Dazu möchte ich eigentlich nicht mehr verraten, außer das ich ihn einfach niedlich finde. Die Mutter, die krank im Bett liegt, fand ich auch interessant.
Schade dass von den wirklich lesenswerten Dingen so wenig vorgekommen ist.

Im Buch schreibt der Autor quasi um den heißen Brei herum. Wir begleiten Wes durch seinen ersten Tag nach dem ersten Mal. Furchtbar langweilig. Er zerlegt seine Beziehung zu seinem Traummädchen in alle Einzelteile und man erfährt im Laufe der Geschichte auch mehr über Lucy und die Party. Es war ziemlich monoton, es gab keine einzige Verstrickungen oder gar einen Höhepunkt. Was mich sehr gestört hat: Es gab keine Kapitelunterteilung, der Text war in einem durchgeschrieben. Nichtmal Absätze.

Das Ende war für mich sehr offen aber definitv das Beste am Buch, weil endlich mal was passiert ist. Die Gedanken blieben Gedanken und ich es passierte auch etwas.

Ein tolles Buch das aber leider nicht meinen Geschmack getroffen hat. Für mich war es zu viel Philosophie, zu viele Gedanken und zu wenig Tun! Ich konnte einiges aus dem Buch mitnehmen, hab auch einige interessante Zitate gefunden aber mir hat einfach die Handlung gefehlt. Zwischendurch passierte schon etwas, aber das war eben nur ein langweiiges "Zwischendurch" das Anlass für noch mehr Gedanken bot.
3/5 Sterne

Vielen Dank an den Verlag Freies Geisteswesen und BloggdeinBuch für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Hmm, das ist jetzt schwierig... Eigentlich steht das Buch seit Kurzem auf meiner Wunschliste, und jetzt hast du mich ein wenig verunsichert. Aber du meinst ja, an sich ist es nicht schlecht, deshalb werde ich ihm wahrscheinlich noch eine Chance geben ;-)
    Deinen Blog finde ich übrigens echt richtig schön <3
    Lg Julia
    Mein Buchblog: mind-s-eye.blogspot.de

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    1. Hey Julia (:
      Ja, ich würde es auf jeden Fall probieren. An sich ist es ein gutes Buch, aber leider nicht mein Geschmack. Wenn du die Möglichkeit hast, lies einfach ein bisschen rein und spätestens nach 5 Seiten kannst du ja entscheiden ob das Buch was für dich ist, oder nicht :)

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  2. Huhu,
    tolle aussagekräftige Rezi. Das Buch klingt eigentlich ganz interessant aber ich denke ich werde es doch nicht lesen. Und das Cover ist total abschreckend, vor allem für Cover-Menschen wie mich :D
    Liebe Grüße,
    Ebru

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  3. Hey du,
    ich bin über diese Rezi auf deinen Blog aufmerksam geworden und finde ihn wirklich klasse. Ich folge dir mal :)

    Ich hab das Buch auch beendet und fand es wirklich schrecklich langweilig :D Ich kann nicht einmal sagen ob es einfach nur nicht meinen Geschmack getroffen hat (eigentlich mag ich philosophische Ansätze sehr gerne) oder ob ich es wirklich schlecht finden soll. Es passiert mir einfach viel zu wenig und die fehlende Kapitel/Absatz-Unterteilung fand ich auch wirklich störend.

    Ich bin froh, dass ich da nicht alleine mit bin. Meine Rezi kommt auch morgen online.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und lass liebe Grüße da!

    Johanna

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