[Rezension] Lolito - Ben Brooks




Schreiend komisch, zutiefst berührend und (leider) absolut wahrhaftig: Die haarsträubende Geschichte des jungen Etgar ist zugleich das Porträt einer gebeutelten Generation, die von klein auf im Internet ihr blaues Wunder erlebt. Der 15-jährige Etgar ist mit seinem Hund Amundsen allein zu Haus. Als er über Facebook herausfindet, dass seine Freundin ihn betrogen hat, bricht es ihm das Herz. Im Internet begibt er sich auf eine Reise durch immer zweifelhaftere Chatrooms und Single-Börsen. Dort trifft er auf Macy, der er sich am Bildschirm als jungdynamischer Hypothekenmakler vorstellt. Hals über Kopf stürzen sich die beiden in eine Cyber-Affäre, und bald taumelt Etgar zwischen nackter Panik und der aufregenden Erkenntnis, dass im Internet einfach alles möglich ist. Aber dann will Macy Etgar nicht mehr nur im Internet treffen. Mit schlotternden Knien, schweißnassen Händen und Omas Erbe auf dem Konto checkt Etgar in einem Hotel ein.
[Quelle: Amazon]

Etgar wurde von seiner Freundin Alice verlassen. In den Sommerferien hängt er alleine in seinem Haus rum weil seine Eltern für ein paar Tage wegen einer Hochzeit verreist sind. Er verbringt viel Zeit im Internet und trifft in einem Chatroom eine Frau namens Macy. Er gibt sich dabei als älteren Geschäftmanns vor und verschickt einige Fotos und Mail damit. Einige Tage später kommt Macy zufälligerweise nach London und die beiden wollen sich in einem Hotel treffen um miteinander zu schlafen. Zuerst möchte Etgar nicht hin, da sie dann seine Lüge aufdecken und herausfinden würde das er erst ein Teenager ist, aber dann entschließt er sich doch dazu sie zu treffen.

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen und ich war schon sehr neugierig auf dieses Buch. Gemeinsam mit dem Titel und der grellen Farbe sticht es sofort ins Auge. Allerdings wurden meine Erwartungen leider ziemlich enttäuscht.Versprochen wurde eine komische, berührende und wahrhaftige Geschichte. Leider traf nur Letztes zu. Humor endeckte ich überhaupt keinen. Berührt hat mich die Geschichte leider auch nicht.

Der Protagonist Etgar ist im Buch ziemlich down, weil seine Freundin Alice ihn mit einem seiner besten Freund betrogen hat. Er macht mit ihr Schluss, kann ihre Trennung allerdings nicht verkraften. Immer wieder kommt es zu Rückblicken in denen Alice und Etgar mehr oder weniger glücklich sind. Zusammen sehen sie sich Filme und Videos an, trinken Wein und machen verrückte Dinge. Als er im Internet Macy trifft, beginnt die Beziehung nicht mit Gefühlen sondern beschränkte sich rein auf das körperliche.

Sehr realitätsnah beschreibt der Autor ein Bild eines Jugendlichen, der Gewaltvideos ansieht weil sie interessant sind und ohne sich mehr Gedanken darüber zu machen, der Frauen im Internet kennen lernt, Alkohol trinkt und sich erwachsen fühlt. Das war das einzig Gute an diesem Buch, es führt einem vor Augen mit welchen müden Augen sich manche Menschen durchs Leben angeln ohne auch nur ein Füncken nachzudenken. Leider war mir der Protagonist sehr unsympatisch, da er dauernd hin und her gerissen ist und seine Entscheidungen ohne genug Hintergrund fällt.

Sehr gut gefallen hat mir das Ende gefallen, da es überraschend kommt und das eher triste Buch etwas aufrüttelt. Ehrlich gesagt bin ich sehr froh dass das Buch nur sehr dünn ist, da ich mich nicht weit mit dem Protagonisten auseinander setzen wollte. Schlussendlich war ich sehr froh das ich durch bin.

Das Buch war nicht das was ich erwartet habe, es fehlt sowohl Humor als auch Tiefgang. Das Buch zeigt in einem sehr realistischen Bild wo die Prioritäten der Jugend liegen. Doch dabei wird sehr jugendliche Sprache verwendet die mir etwas zu viel des 'Guten' war.
2/5 Sternen 

Mein Dank geht an den Atrium Verlag für das Rezensionsexemplar! 

~ Blogtour ~ 
Zu diesem Buch wird auch eine Blogtour stattfinden, auch auf meinem Blog wird es eine Station geben! Seid also gespannt ;)

Kommentare:

  1. Huhu, Lieblings-Jasi ♥
    Och nö, wie schade, dass dich das Buch nicht überzeugt hat.
    Wo ist denn das Lolita-artige? Irgendwie verbinde ich das Buch mit dem Werk von Nabokov, wenn auch nur wegen dem Namen.

    Alles Liebe ♥

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    1. Lieblings-Carly *---* ♥
      Ich finds auch sehr schade - gerade bei dem tollen Klappentext!
      Nicht Lolita sondern LolitO ;) Aber auch hier erschließt sich mir nicht ganz, was der Titel bedeuten soll.
      Nabokov wird sofort gegoogelt ^-^

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  2. Huhu Jasi!

    Eine schöne Rezension! :)
    Schade, dass dich das Buch dich nicht überzeugen konnte. Ich finde auch, dass diese Jugendsprache, obwohl ich so auch immer wieder rede, nicht selten am Ziel vorbei schießt. Oft wirkt es dann so gezwungen und gestellt, was nach 50 Seiten extrem anstrengend werden kann.
    Es ist schade, dass du sagst, es gäbe keinen Tiefgang, denn gerade vom Klappentext her hätte man meinen können, dass das ganze extrem gesellschaftskritisch werden könnte.

    Liebe Grüße,
    Emilie <3

    www.blaetterwind.blogspot.de

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    1. Danke liebe Emilie ♥
      Ich fand das auch wirklich sehr schade. Leider versprechen Klappentexte oft viel zu viel und die Enttäuschung ist dann groß. Zu Jugendsprache stehe ich auch shr zwiegespalten gegenüber. :)

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  3. hallo alle zusammen,

    ich habe das buch vor ein paar tagen gelesen und muss sagen, dass ich der rezension so gar nicht zustimmen kann. ich fand es ziemlich erfrischend mal ein buch zu lesen in dem sich der protagonist nicht allzu ernst nimmt und für mich kam die tiefe besonders dadurch rüber, dass nicht offensichtlich über gefühle und sowas gesprochen wurde, sondern eher unterschwellig gezeigt wurden. naja aber bücher sind ja immer geschmackssache:) kann nur sagen, dass ich es auf jeden fall lesenswert finde!

    P.S. kleiner fehler ist dir passiert, der typ mit dem alice etgar betrügt ist keiner seiner freunde (schon gar nicht sein bester freund)

    liebe grüße
    mareike

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