[Rezension] Eine Dame von Welt: Eine Salonerzählung - Henry James


Der reiche Amerikaner Littlemore trifft in einem Pariser Theater auf Mrs. Headway, eine alte Angebetete aus San Diego. Sie bittet ihn, als ihr Fürsprecher den Edelmann Arthur Demesne ihrer »Ehrbarkeit« zu versichern. Littlemore zögert: Sie hat ein skandalträchtiges Leben geführt, eine vorteilhafte Ehe ist ihre einzige Möglichkeit auf gesellschaftliche Anerkennung. Soll er aus alter Verbundenheit lügen? Eine schwierige Frage, denn von nun an zählen Littlemore und Demesne zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headways. 
[ Quelle: Aufbau Verlag ]

Als Littlemore in einem Pariser Theater zum ersten Mal Mrs. Headway erblickt, beginnt er sich sofort für diese außergewöhnliche Frau zu interessieren. Er kommt mit ihr in Kontakt und bald bittet sie ihn ihr bei einem gesellschaftlichen Aufstieg zu helfen. Einen Wunsch den sie schon lange hegt. Ihre einzige Möglichkeit diesen Traum zu verwirklichen ist die Heirat mit Arthur Demesne.

Die englische Gesellschaft rund ums 19.Jahrhundert hat mich schon immer sehr angezogen. In 'Eine Dame von Welt' erwartete ich mir in meine gewünschte Jane-Austen-Welt einzutauchen da ihre Romane auch anfangs des 19.Jahrhunderts spielen. Zeitlich liegen ein paar Jährchen zwischen den Geschichten, genauso wie auch stilistisch. Den Henry James Werk ist tatsächlich nur eine kurze Salonerzählung die wenige Seiten umfasst. Durch seinen angenehmen, humorvollen Schreibstil und die ausgelassenen Details kommt man gut und schnell durch die Geschichte.

Obwohl das Buch sehr kurz ist, lernt man die wichtigsten Charaktere sehr gut kennen. Zum einen der amerikanische Littlemore, auf der anderen Seite Mrs. Headway, die alles versucht um eine "Dame von Welt" zu sein. Die Männer liegen ihr zwar zu Füßen, doch trotz ihrer Schlagfertigkeit und Intelligenz ist sie immer noch kein Bestandteil der feinen, englischen Gesellschaft. Der Grund dafür ist ihre skandalöse Vergangenheit. Ich fand die Protagonistin sehr interessant, auch wenn ich ihr beim Lesen manchmal etwas zwiespältig gegenüber stand. Von Littlemore erfährt man im Buch leider viel zu wenig und ich wünschte die Geschichte hätte auch einige Ausschweifungen in seine Richtung unternommen. 

Ich liebe Romane die im 19. Jahrhundert spielen und deshalb weckte auch dieses Buch mein Interesse. Obwohl der Autor einige interessante Aspekte aufzeigt und einen angenehmen Erzählstil hat, hätte ich mir gewünscht dass das die Geschichte etwas länger und ausführlicher gewesen wäre. 
4/5 Sterne 

Mein Dank geht an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch für "Historien-Fans" sehr gut ist, ich lese da eher weniger :-)
    Ich finds toll, dass du deine Text kurz und kompakt hältst. In letzter Zeit sehe ich vermehrt diese ellenlangen Postings, die sich gegenseitig in Länge übertreffen wollen und frage mich, wer das alles lesen soll? Bis zum Ende durchhalten entspricht ja da schon einem ganzen Buch ;-)
    lg

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    1. Dankeschön liebe Georgina! :) ♥
      Ich habe mich über dein Lob gerade sehr gefreut und ich kann dir nur zustimmen. Der Grund warum ich meine Rezensionen so kurz halte ist das ich selbst lieber kurze, knackige Meinungen lese als ewig lange. ;)

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  2. Ich mag auch Bücher die etwas weiter in der Vergangenheit spielen. Kennst du schon "Betty und ihre Schwestern"? Das wäre vielleicht auch was für dich ;).

    LG Piglet ♥

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    1. Das Buch sagt mir jetzt nichts aber ich werde es gleich mal googlen! (:
      Danke für die Empfehlung! ♥

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