[Rezension] Abwesenheitsnotiz - Lisa Owens

 Wenn Claire Flannery eines weiß, dann, dass sie für ihr Glück alleine verantwortlich ist. Claire ist Mitte zwanzig, lebt in London und hat einen Freund, der ziemlich viel arbeitet. Claire selbst hat sich gerade ausgeklinkt, ihren Job gekündigt. Weil der nicht zu ihr gepasst hat. Aber: Was passt eigentlich so richtig zu ihr? »Ich erinnere mich noch gut daran, wie es in deinem Alter war. Klar, ich hatte da schon vier Kinder, aber das moderne Leben ist anders, du hast so viele Möglichkeiten", sagt die Großmutter und trifft den Nagel auf den Kopf. So treibt Claire durch die Stadt, mal mit, mal gegen den Strom, und beobachtet, was anderen Leuten verborgen bleibt – die arbeiten ja gerade. Ob das auf Dauer gut geht?
[ Quelle: Piper Verlag ] 
In dem Buch geht es um Claire. Sie fühlt sich in ihrem aktuellen Job nicht wohl und beschließt deshalb zu kündigen und einen neuen Beruf zu finden. Denn Claire weiß, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich ist. Doch es ist gar nicht so einfach sich bei einem so zahlreichen Angebot für den richtigen Job zu entscheiden. Die Jobsuche wird also zu einem Selbstfindetrip in dem die junge Claire nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Umfeld, kritisch betrachtet, versucht herauszufinden wohin sie gehen möchte und wie sie dieses Ziel erreichen kann. 

Im Moment bin ich gerade dabei meine Schulausbildung zu beenden und ich versuche, genauso wie Claire, herauszufinden in welche Richtung es mich treibt. In welchem Bereich ich mich wohl fühle und was ich nicht machen möchte. Deshalb habe ich das Buch genau im perfekten Moment gelesen und ich kann sagen, dass mir Claires Geschichte sehr viel Mut gemacht hat. Zwar nahm Claires Jobsuche einige Zeit in Anspruch, doch meiner Meinung nach, kann man sich für wichtige Entscheidungen nie Zeit genug nehmen. Besser einmal zu oft nachgedacht, als einmal zu wenig. Durch ihre Selbstreflexion ist es mir auch leichter gefallen, mich selbst mit anderen Augen zu betrachten. Genauso wie die Menschen um mich herum. Ich hätte nicht gedacht, dass die Autorin Lisa Owens, mit ihrem Roman so sehr in die Tiefe geht. 

Claire ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen. Da das Buch nur in kurzen Kapiteln aus ihrer Sicht geschrieben ist, erfährt man ihre Gedanken und Gefühle hautnah und zu jedem nur erdenklichen Ereignis. Sei es auch nur ein kurzer Einblick in ihre Yoga-Stunde. Dadurch das ich mich der Protagonistin Claire so nahe und verbunden fühlte, war schließlich auch der Abschied nicht so leicht für mich. Aber ich glaube es ist auch schwer, die schräge und humorvolle Mitzwanzigerin nicht ins Herz zu schließen.


Der Schreibstil des Romans hat mir auch sehr gut gefallen. Lisa Owens prägnanter Schreibstil passt perfekt zu den kurzen Kapiteln, die manchmal wirklich nur eine Handvoll Sätze umfassen. Zuerst fand ich das etwas komisch, aber schon nach wenigen Seiten kommt man damit gut zurecht und schlussendlich fand ich ihn absolut passend. Dadurch bekam man einfach, wie oben schon gesagt, einen besseren Einblick in Claires Leben. Leider habe ich auch ein kleinwenig Kritik, an diesem gelungen Werk. Grundsätzlich finde ich die Idee des Buches toll, genauso wie die Umsetzung - trotzdem fehlte es mir manchmal an Spannung. 280 Seiten nur über die Jobsuche ist mir doch ein wenig zu viel gewesen, obwohl ich damit nicht ausdrücken möchte dass ich mir gewünscht hätte das Buch wäre kürzer. Im Gegenteil. Ich hätte mir einfach gewünscht, es wäre etwas mehr passiert. 

Dieses Buch hat mich wohl gerade im perfekten Moment gefunden, denn durch Claires Selbstfindungstrip gelang es mir, auch mich selbst mit anderen Augen zu betrachten und das Ziel das ich nach meiner Schullaufbahn anstrebe scheint klarer zu sein als zuvor. Untermalt wird die Geschichte durch Lisa Owens humorvollen Schreibstil und Claires herzlich verrückte Art. 
4/5 Sterne

Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den Piper Verlag!

1 Kommentar:

  1. Huhu Jasi!
    Ich habe das Buch auch gerade gestern beendet und ich fand es teils richtig gut, aber bei mir sind am Ende doch zuviele Fragen offen geblieben! Das fand ich ein bisschen schade. Ging dir das auch so?
    Liebe Grüße, Petra

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