[Rezension] Das verborgene Mädchen - Maria Toorpakai


 Maria wird in einem kleinen Dorf in Pakistan geboren und bemerkt früh, dass ihre Brüder mehr Rechte und Freiheiten haben als sie. Mit vier Jahren verbrennt sie daher all ihre Mädchenkleider und beschließt: Ab heute bin ich ein Junge! Und die Eltern? Unterstützen sie. Von nun an heißt sie Dschingis Khan. Endlich kann sich Maria frei bewegen, zur Schule gehen und Sport machen. Ihre Tarnung ist perfekt. Mit 12 Jahren steigt sie sogar zum pakistanischen Jugendmeister im Gewichtheben auf – bei den Jungen! Doch als sie mit 15 Jahren ihre Liebe zum Squash entdeckt, fliegt ihre Tarnung auf. Todesdrohungen der Taliban sind die Folge. In ständiger Angst, entführt zu werden, hat Maria immer eine Zyankali-Kapsel dabei. Doch sie trägt nicht umsonst den Namen des größten Kriegers aller Zeiten – sie wird nicht aufgeben!
[ Quelle: Heyne Verlag ] 
Als Frau in Pakistan zu leben ist nicht einfach. Das bekommt Maria in ihrem Leben mehrmals zu spüren, weshalb sie sich schließlich dazu entschließt die Kleider abzulegen und wie ein Junge zu leben. Ihre liberalen Eltern unterstützen sie bei dieser Entscheidung, genauso wie ihre Schwester die eine politische Karriere anstrebt und sich, wie ihr Vater, aktiv für die Rechte der Frauen aussprechen möchte. Ihr Vater gibt ihr den Namen "Dschingis Khan" und endlich kann sie ein freies Leben führen. Sie beginnt sogar Sport zu machen und fällt durch ihren starken Willen und ihre Kraft schnell auf. Bald gewinnt Maria Wettbewerb um Wettbewerb - und das als Mädchen! Doch dann fliegt ihre Tarnung auf und ihr Vater erhält von den Taliban Todesdrohnungen.

In letzter Zeit habe ich immer öfter zu Biografien gegriffen, da es einfach so viele Menschen auf unserer Erde gibt, die Großes geleistet haben. Dieses Große muss sich nicht immer darauf beziehen, das man hundertausende von Menschen gerettet oder ein Krankheit geheilt hat. Manchmal reicht es auch nur zu überleben und nicht aufzugeben - genauso wie Maria es getan hat. Zwar haben ihre sportlichen Leistungen keine Leben gerettet, doch ihre Geschichte kann vielen Frauen, die sich in derselben Lage der Unterdrückung befinden wie sie, Mut und Hoffnung geben. Das ist der Grund wieso mich dieses Buch so fasziniert hat. Das jeder Mensch die Möglichkeit hat, anderen Menschen Hoffnung zu geben. 


In ihrem Buch schreibt sie auch ganz oft von der kritischen Lage in der sich die Stadt, in welcher sie sich zu einem ihrer Höhepunkte ihrer Squashkarriere wohnt, befindet. Täglich gibt es Terroristen die sich selbst so wie Dutzende von Menschen mit Sprengstoffen das Leben nehmen. Herzzerreißend beschreibt sie das Gefühl, wie es sich für sie und ihre Familienmitglieder anfühlt aus dem Haus zu gehen und nicht zu wissen ob man diejenigen die man zurücklässt wieder sehen wird. Die ständige Todesangst in der sich Menschen befinden. 


Das Buch hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Es enthielt zwar so viele Szenen in denen mir für einen Moment das Herz stehen blieb, weil ich nicht glauben konnte das so etwas auf unserer Welt geschieht. Man hört immerzu von den schlimmen Dingen die auf der Welt geschehen, aber glauben möchte man sie trotzdem nicht. Marias Geschichte hat mir vor Augen geführt welch ein Glück wir europäischen Frauen haben, welch Vielzahl an Freiheiten und das wir diese oft gar nicht so sehr schätzen wie wir es sollten. Abschließend kann ich nur sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine bewegende, wahre Geschichte handelt die ich sowohl Leserin als auch Leser ans Herz legen kann. 

Eine bewegende Biografie von einer Frau, die in ihrem Leben so viel Leid miterleben musste und trotzdem niemals aufgehört hat zu kämpfen um ihre Ziele zu verfolgen. Somit ist Maria Toorpakai ein großes Vorbild für alle Frauen, die genauso nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung streben wie sie. 
5/5 Sternen

Mein herzlichster Dank geht an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Jasi! :)

    Vielen Dank für deine tolle Buchempfehlung, da musst ich mir gleich mal deine Rezension durchlesen :) <3
    Und wirklich: Mir kam der Name Toorpakai total bekannt vor, und ich wusste nicht warum, aber jetzt weiß ich es: Wir haben im Englischunterricht eine Rede geschaut, welche sie vor ihrem kanadischen Team gehalten hat, und die fand ich unglaublich berührend.
    Ich finde es richtig schön, dass du zu so vielen Biografien greifst, weil du hast Recht: Es gibt so viele wunderbare, einzigartige Menschen auf der Welt, die es kennenzulernen gibt, und deren Geschichten uns viele wichtige Dinge für unser eigenes Leben lehren können :) Ich weiß nicht, ob du das Buch schon gelesen hast, aber I am Malala fand ich auch unheimlich gut, genau wie The Narrow Road to the Deep North, ersteres auch über ein Mädchen, welches sich gegen die Taliban auflehnte, letzteres über einen Mann, der in Japan während des 2. Weltkrieges lebte. Und beide sehr lesenswert! :)

    Eine sehr sehr schöne Rezension liebe Jasi!

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

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    1. Das freut mich Kücki ♥ :) Sie eine unglaublich inspirierende junge Frau und ich kann dir das Buch wirklich nur ans Herz legen. Und 'I am Malala' ist schon auf meiner Wunschliste aber von 'The Narrow Road to the Deep North' habe ich zuvor noch nichts gehört. Deshalb werde ich mir den Titel auf jeden Fall merken. (:
      Dankeschön! ♥ ^.^

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