[Rezension] Anatomie eines Soldaten - Harry Parker


 Captain Tom Barnes leitet einen Einsatz der britischen Armee, als er auf eine Landmine tritt. Zwei einheimische Jungen werden in den Konflikt hineingezogen, kaum ahnend, was dort geschieht. Auf allen Seiten verändert Gewalt das Leben von Grund auf.
In diesem ungewöhnlichen Roman erzählen die Gegenstände des Krieges: Turnschuhe, Soldatenstiefel, Helm, ein paar Dollar, eine Drohne, ein Fahrrad, ein militärischer Orden, ein Glas Bier, eine Schneeflocke, medizinisches Gerät und eine Landmine.
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Erzählt wird dieses Buch, dass das Thema Krieg behandelt, außergewöhnlicher Weise aus der Sicht unterschiedlicher Gegenstände. Diese sind zum Beispiel Handtaschen, Waffen, Schuhe, Briefe und medizinische Geräte. Zu meiner großen Überraschung gab es aber auch sehr abstrakte Gegenstände wie etwa ein Kapitel das auch der Sicht von Schnee erzählt wird.

Der Klappentext des Buches hat mich direkt angezogen, doch besonders interessant für mich wurde das Buch erst als ich erfuhr, dass der Autor selbst große Teile seiner Vergangenheit in die Geschichte miteingebracht hat. Er selbst war Teil der britischen Armee und verlor im Einsatz in Afganisthan seine beiden Beine. Dadurch habe ich das Buch mit ganz anderen Augen gelesen.

Natürlich gewinnt man durch die besondere Erzählweise des Buches einen anderen Eindruck, als wie man es vielleicht durch eine Personenerzählung tut. Hier wird die Geschichte nämlich aus der Sicht der Gegenstände erzählt. Es dauerte leider etwas bis ich mich damit zurecht gefunden habe und obwohl ich die Idee sehr schön finde, hätte es mir besser gefallen wenn die Geschichte aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten erzählt worden wäre. Dadurch hätte ich noch mehr Einblick in das Gefühlsleben erhalten. Es fiel mir dadurch nicht so einfach den Protagonisten nahe zu kommen.

Abgesehen davon, hat mich die Geschichte sehr gut gefallen und mich auf zutiefst berührt. Der Autor hat sehr viele private Gedanken und Erfahrungen eingebracht, weshalb es sich für mich nur noch schmerzlicher anfühlte. Der Schreibstil ist trotz der Sichtweise, die mich nicht ganz erreichen konnte, ist sehr realistisch und gefühlvoll. Er rundet die bewegende Geschichte perfekt ab und damit kann ich das Buch sehr empfehlen!

Eine außergewöhnliche Erzählweise, die mich leider aber nicht ganz erreichen konnte. Abgesehen davon fand ich das Buch sehr bewegend und es war ein besonderes Leseereignis. 

5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an Literaturtest und den Benevento Verlag!

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