[Rezension] Die Spiegelstadt - Justin Cronin


 Die Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet, ihre hundertjährige Schreckensherrschaft über die Welt ist vorüber. Nach und nach wagen sich die Überlebenden aus ihrer eng ummauerten Zuflucht, Hoffnung keimt auf. Auf den Ruinen der einstigen Zivilisation wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen: der älteste Traum der Menschheit.
Doch in einer fernen, verlassenen Stadt lauert der Eine: Zero. Der Erste. Der Vater der Zwölf, der den Ursprung des Virus in sich trägt. Einst ein hochbegabter Wissenschaftler, der, seit er seine große Liebe verlor, nur noch von Rachedurst und Wut erfüllt ist. Sein Ziel ist es, die Menschheit endgültig auszulöschen. Seine Truppen sind bereit. Und der Zeitpunkt ist gekommen.
[ Quelle: Goldmann Verlag ] 
 Nachdem Amy und ihre Freunde die Zwölf besiegt haben, beginnt sich die Zivilisation langsam wieder aufzubauen. Im Jahre 122 n.V. (nach Viral) kommen sie jedoch zurück. Nicht die Zwölf, aber die Viral und Zero, der erste der mit dem Virus infiziert wurde. Er ist es auch, der den Ursprung des Virus in sich trägt, genauso wie Wut und Rachelust. Und während er versucht die Welt zu zerstören, kann ihn nur eine aufhalten - Amy, das Mädchen aus dem Nirgendwo.

Dieses Jahr habe ich drei Bücher sehnsüchtig erwartet - eines davon war "Die Spiegelstadt". Seit ich den zweiten Teil gelesen habe, ist es doch schon ein gutes Weilchen her und ich war überglücklich als ich gesehen habe, dass der finale Teil 2016 endlich erscheint. Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, kann ich sagen dass sich das lange Warten wirklich gelohnt hat! Justin Cronin hat sich von der Ungeduld seiner Leser nicht beeinflussen lassen und genauso viel Herzblut in den Teil gesteckt wie auch in die ersten beiden Bücher der Trilogie. Das sieht man nicht nur um betrachtlichen Umfang des Buches, sondern vor allem an der vielseitigen Geschichte die sich hinter den Buchdeckeln befindet.

"Dick.", würde man vielleicht sagen wenn man das Buch sieht. Ich sage "komplex", denn genau das ist es das Justin Cronins Bücher für mich so fantastisch machen - die verwobenen Geschichten der vielen Charaktere die irgendwann aufeinander treffen. Und ich finde es ist wirklich Geschick, wenn man so viele Handlungsfäden so elegant miteinander verknüpfen kann, wie Justin Cronin es tut. In diesem Buch erhalten wir auch einen sehr guten Einblick auf Zero's Leben bevor er zu Zero wurde. Das war für mich unglaublich spannend, da er wirklich ein genialer Bösewicht ist. Dadurch dass der Autor sich Zeit nimmt auf seine Figuren einzugehen, entsteht eine interessante Itensität und gerade jetzt wo die Reihe ihren Schluss gefunden hat und ich mich von den Personen verabschieden musste, habe ich gemerkt wie sehr sie mir ans Herz gewachsen sind. Ein weiterer spannender Aspekt ist die Idee. Ohne Frage es geht um Vampire, oder wie sie in den Büchern genannt werden, Virals. Trotzdem ist es kein richtiger Vampirroman, sondern viel eher ein Science Fiction-Roman, da die Vampire durch Wissenschaft entstanden sind. Meiner Meinung nach ein wirklich interessanter Genre-Mix, der das Buch von vielen anderen Vampirbüchern abhebt.

Den letzten Teil zu lesen war für mich auch sehr schmerzhaft, da viele geliebte Charaktere im Kampf gegen Zero und seine Viralarmee ihr Leben lassen mussten. Auf der einen Seite hätte ich mir natürlich ein Happy-End für jeden gewünscht, aber andererseits wirkte das Buch dadurch nur noch realer. Zum Schluss muss ich noch ein wenig Kritik einbringen, und zwar handelt es sich um eine finale Szene die für mich einfach unglaublich klischeehaft wirkte. Als ich das gelesen habe, war ich ein kleines bisschen enttäuscht, gerade weil es eine der wichtigsten Stellen im Buch war. Fand ich schade, aber wenn man bedenkt wie viele Vampirklischees es hätte geben können, dann bin ich eigentlich froh dass es nur diese eine Szene war. Ansonsten gäbe es nichts, was ich noch kritisieren müsste. Ganz toll fand ich hingegen, dass Justin Cronin nach dem eigentlichen Ende nicht einfach Schluss gemacht hat, sondern den Lesern noch einen Blick in die Zukunft gewährt hat. Nicht nur in die Zukunft der Charaktere, sondern auch die Zukunft der Menschheit und der Erde. Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen offene Enden, aber hier bei diesem Buch passte das einfach perfekt und ich wäre enttäuscht gewesen wenn uns Justin Cronin mit offenen Fragen stehen gelassen hätte.
Für mich bildet "Die Spiegelstadt" den perfekten Abschluss der Trilogie, welche für mich ohne Frage zu einer der besten Buchreihen gehört die ich je gelesen habe. Deshalb kann ich sie euch nur ans Herz legen. Lasst euch von dem enormen Umfang der Bücher nicht abschrecken - jede Seite lohnt sich und gute Bücher können schließlich nie dick genug sein. 
5/5 Sterne

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Goldmann Verlag!

Kommentare:

  1. Hi Jasi,

    eine wunderbare Rezi, die mir jetzt noch mehr Lust auf das Buch macht. Die Trilogie gehört schon jetzt zu einen meiner Lieblingsbücher und bin ebenso wie du vom Schreibstil Justin Cronin´s begeistert.

    Das Buch wird definitiv noch dieses Jahr bei mir einziehen und freue mich es zu lesen. Leider konnte ich aus beruflichen Gründen nicht an der Leserunde von Andrea von LeseBlick teilnehmen, was mich noch immer ärgert :(

    Liebe Grüße,
    Uwe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön Uwe! Es freut mich, dass du die Reihe auch so gerne magst wie ich! Sie ist wirklich etwas ganz besonders! :)
      Oh das ist schade. :/
      Aber das Buch ist auch ohne Leserunde immer noch absolut fantastisch (wie du sagst, Justin Cronin schreibt einfach zu gut) und ich wünsche dir ganz viel Spaß bei Lesen! :)

      Löschen


  2. Tolle Rezi, ich freu mich schon so mega auf das Buch ♥

    AntwortenLöschen

Wollt ihr mir einen Kommentar hinterlassen?
Danke ♥ Das freut mich!
Aber bitte kein Spam oder Beleidigungen.