[Rezension] Damals in Nagasaki - Kazuo Ishiguro

 
 Nagasaki, Anfang der Fünfzigerjahre: Die Zerstörungen des Krieges sind der Stadt immer noch anzusehen, doch zwischen den Ruinen entstehen bereits neue, moderne Hochhäuser. In einem von diesen lebt Etsuko, zusammen mit ihrem Mann Jiro. Während dieser verbittert versucht Karriere zu machen, kümmert sich Etsuko um den Haushalt. Unterhaltung hat sie wenig, oft steht sie am Fenster und beobachtet, wie sich die Welt um sie herum verändert. Eines Tages zieht eine Frau in die Holzhütte unten am Fluss ein, zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Etsuko freundet sich mit den beiden an und muss bald feststellen, wie ihre Nachbarin über ihrem Traum vom Glück mit einem amerikanischen Soldaten mehr und mehr ihr Kind vergisst. 
[ Quelle: Heyne Verlag ] 
In dem Buch geht es um die Geschichte zweier Frauen nach dem Krieg in Nagaski. Die eine Frau ist Etsuko, die gerade schwanger geworden ist und hofft ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und die andere ist Sachiko, die schon eine Tochter hat und davon träumt mit ihrem neuen Freund Frank nach Amerika auszuwandern. 

Da ich erst vor kurzem ein gutes Buch von einem japanischen Autor gelesen habe und generell auch ein großer Fan von der japanischen Mentalität bin, war ich schon sehr gespannt darauf die Geschichte von Ishiguro zu lesen. Es ist das erste Mal das ich ein Werk von ihm in der Hand hatte, allerdings habe ich in anderen Rezensionen schon gelesen das viele sehr begeistert von seiner Art Geschichten zu erzählen sind. 

Anfangs beginnt die Geschichte sehr ruhig, doch man merkt schon bald das ein dunkler, zuerst undefinierbarer Schatten über die Erzählung. Zu Beginn fand ich das überaus interessant und aufregend, aber im Laufe der Geschichte hatte ich immer wieder das Gefühl ich würde nur lesen um endlich anzukommen. Um endlich den Höhepunkt der Geschichte zu erleben, doch dieser lies auf sich warten.

Leider hat dies meine Lesefreude etwas gedämpft. Darüber hinaus konnte mich die Geschichte jedoch sehr fesseln. Denn obwohl man, durch den Klappentext, denken könnte der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Nachkriegszeit, stellt man schnell fest das es um einen Selbstmord geht, der im Laufe des Buches zu verarbeiten versucht wird. Hierzu hat Kazou Ishiguro hat interessante Charaktere erstellt, welche die perfekten Figuren für die Handlung darstellen. Besonders die, man könnte fast sagen, gleichgültige Mutter fand ich sehr spannend. Auch der Schreibstil von Ishiguro konnte mich überzeugen. Auf den ersten Blick merkt man, dass er sehr einfache Worte benutzt aber gleichzeitig schafft er es mit ihnen eine Atmosphäre aufzubauen, die mich als Leser das ganze Buch über umhüllt hat.

Die Geschichte konnte mich zwar in ihren Bann ziehen und las ich das Buch in einem Zug durch aber leider wurde meine Lesefreude durch eine seltsame Unruhe ein wenig getrübt. 
4/5 Sterne

Ich bedanke mich herzlich beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Huhu mein liebes Jasminchen! :)
    Ich finde das immer ganz spannend, Bücher zu lesen, deren Protagonisten aus einer ganz anderen Kultur stammen. Ging mir zuletzt bei "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" so. Und auf meinem SuB wartet auch noch ein Buch von einem Japaner: "Mister Aufziehvogel" von Haruki Murakami. Und von Mark Henshaw habe ich noch ein Buch, deren Protagonisten ebenfalls Japaner sind: "Der Schneekimono".
    Von Ishiguro habe ich bisher leider auch noch nichts gelesen, aber genauso wie du schon gemerkt, dass viele Leser von dem Autor begeistert sind. Klingt aber ganz gut, wenn du schreibst, dass dich die Geschichte sehr fesseln konnte. Was mir wiederum sehr gefällt, ist das Verarbeiten des Themas "Selbstmord".

    Vielen Dank für deine Rezension,
    alles Liebe,
    Janine

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    1. Ich finde es so toll, das man mit Büchern die Möglichkeiten hat andere Kulturen besser kennenzulernen. Schön, das es dir da gleich geht. :)
      "Mister Aufziehvogel" oder "Der Schneekimono" kenne ich leider nicht, aber ich hoffe die beiden Bücher gefallen dir und wenn du eine Rezension dazu schreibst, dann musst du mir auf jeden Fall Bescheid sagen, damit ich nicht verpasse sie zu lesen. ^.^

      Danke für deinen lieben Kommentar, Janine ♥ :)

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  2. Hallo du,

    ich habe von dem Autor auch schon gehört. Bislang aber nichts von ihm gehört.
    Ich bin ein großer Fan, nicht nur was bücher angeht, sondern allgemein. Einfach ein faszinierendes Land und eine faszinierende Kultur.
    Danke für deine tolle Rezension, das Buch ist gleich auf meine Wunschliste gewandert.
    liebe Grüße
    Melanie

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