[Rezension] Die weiße Rose - Miriam Gebhardt



Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppen in der deutschen Geschichte, vor allem Sophie Scholl und Hans Scholl werden immer wieder als leuchtende Vorbilder genannt. Doch warum hatten gerade diese Geschwister und ihre Mitstreiter den Mut, sich gegen das nationalsozialistische Unrechtssystem aufzulehnen? Miriam Gebhardt sucht in den Biografien der Aktivisten die individuellen Voraussetzungen des Widerstands und fragt, welche Ressourcen aus Kindheit, Familie, Umfeld und Erfahrung sie gegen den übermächtigen Gruppendruck der „Volksgemeinschaft“ immunisierten. Ihr Buch erzählt eine neue Geschichte der Weißen Rose und zeigt, warum die Botschaft der Widerstandsgruppe heute, 75 Jahre nach ihren ersten Aktionen, immer noch wichtig ist. 
{ Quelle: DVA Verlag }
 Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Wiederstandsgruppe in der deutschen Geschichte. Die Gruppe von Aktivisten wendeten sich mit ihren Flugblättern an das Volk um sie zu ermutigen sich gegen den Nationalsozialismus und die Führung Hitlers zu stellen. In diesem Buch stellt Miriam Gebhardt nicht nur die Mitglieder vor sondern erzählt die ganze, leider sehr kurze, Geschichte der Organisation Die weiße Rose.

Wenn es darum geht ein Vorbild zu nennen, gibt es viele Menschen denen sofort die junge Sofie Scholl in den Sinn kommt. Kein Wunder, sie war eine mutige, intelligente Frau die das Wohlergehen aller über ihr eigenes Leben gestellt hat. Das ist wirklich bewunderswert und dafür verdient sich es für immer in Erinnerung der Menschen zu bleiben. Ein Thema, dass die Historikerin Miriam Gebhardt in ihrem Buch aber auch anspricht ist, dass man mit der Gruppe Die weiße Rose (die erst viel später diesen Namen erhalten hatte) oft nur die Geschwister Scholl verbindet, obwohl es so viel mehr Mitglieder gibt die ihr Leben durch die Zugehörigkeit der Organisation verloren haben.

Für mich was es sehr interessant und bewegend das Buch zu lesen. Begonnen hat es mit einer ausführlichen Biografie über die wichtigsten Mitglieder. Dabei versuchte die Historikerin Miriam Gebhardt vor allem herauszufinden, ob es ein bestimmtes "Rezept" gibt, wie aus jungen Menschen Widerstandskämpfer und kritische Denker werden. Eine spannende Überlegung. Besonders gut fand ich auch, dass Miriam Gebhardt die Biografien nicht einfach nur abgedruckt hat, sondern immer wieder mit den Biografien anderer Mitglieder in Relation gesetzt um daraus auf die Entwicklung zu schließe.

Für ein Sachbuch war es auch fesselnd geschrieben, mit einem flotten Schreibstil der es mir stellenweise unmöglich machte das Buch niederzulegen. Die Geschichte ist mir sehr nahe gegangen und die Tatsache, dass das vor vielen Jahren tatsächlich passiert ist, hält mich immer noch in Atem. Die Mitglieder sind wirklich beeindruckende Menschen. Oft wurden im Buch auch Briefe und Aussagen von ihnen zitiert und einige davon habe ich mir herausgeschrieben, da ich sie sehr beeindruckend und bewegend finde. So möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von Christoph Probst abschließen: "Das Leben des Einzelnen ist immer eingebettet in den Zustand der Welt, wenngleich es seine eigenen Gesetze und Strebungen hat. Was nun, wenn diese welt immer tiefer ins Unheil gleitet? Diese Vorstellung ist mit der des jungen, blühenden Lebens nicht vereinbar." 

Die Historikerin Miram Gebhardt erzählt detailgenau über das Leben der Mitglieder und den Aufbau der Widerstandsorganisation "Die weiße Rose". Ein Sachbuch, dass einen tiefen Einblick in das Leben der jungen Leute gibt, die mit ihren Flugblättern und ihrem Einsatz ein Zeichen gesetzt haben. Absolute Empfehlung!
 5/5 Sterne

Ich bedanke mich herzlich beim DVA für das Rezensionsexemplar!

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